Donnerstag, 11. März 2010

Von ganz weit hinten

Wie ich heute sehen konnte, stehen die Glückwünsche, die ich Arndt Roller und Felix Brosius anlässlich ihrer Firmengründung mit auf den Weg gebe, bei Google weit, weit oben. „Ups“, dachte ich mir da, „ups. Das lag aber nicht in meiner Absicht.“ Da geben sich Fachleute redlich Mühe, streuen Keywords links und rechts, linken vor und wieder zurück, und ich, ich bastel nur an meinem Lieben Tagebuch, doch haste nicht gesehen, besetze ich ein Thema so, wie andere die Hommingberger Gepardenforelle.

Will ich das? Eigentlich will ich das nicht, eigentlich will ich doch nur ganz hinten stehen, letzte Reihe, der dritte von rechts; ich will meine Ruh' und im Gegenzug andere in Ruhe das ihre machen lassen. Been there, done that, got the T-shirt.

Loyale Grüße aus der ersten Reihe!

Doch genau das, been there, done that, erklärt wohl auch mein kindliches Staunen, denn selbstverständlich, und jetzt vertraue ich meinem Tagebuch was sehr persönliches an, ganz selbstverständlich also merke ich auf, wenn ich sehe, mit welch fast, aber eben doch nur fast schon bewundernswerter Wendigkeit andere über den Dingen zu stehen nein, besser noch: über den Dingen zu schweben scheinen. “Langfristige Beziehung? Psychologischer Test? War da was?“ Zack!, sind sie weg und ganz wo anders.

Hm.

Ich bin da langsamer.

Mit anderen Worten: nach wie vor liegt mir am Anspruch, mit dem Parship seinerzeit gegründet wurde - „eine seriöse Marke etablieren in einem zutiefst unseriösen Marktumfeld“ - und ich drücke Peter Schmid die Daumen.

So viel für den Moment; been there done that, auch wenn ich befürchte, noch das ein oder andere Mal auf den Themenbereich zurück zu kommen. T'schuldigung, tut mir leid und es ist ja langsam schon etwas fad, doch da kenne halt ich mich ein bisschen aus.

t.b.c.

Mittwoch, 3. März 2010

Alles rein beruflich, Schatz.

Vor vielen Jahren, lang ist es her, ich habe nämlich mal, was viele ja gar nicht wissen, an einem universitären CIP-Pool gearbeitet, kam zu Beginn des Semesters ein Kollege freudestrahlend ins Büro - Doktorand war er damals noch, und hat inzwischen, wie ich soeben gegooglet habe, sehr beachtlich wissenschaftlich Karriere gemacht - dieser damals noch junge Doktorand also kam rein und verriet mir, dass er bereits zu Ende des vergangenen Semesters beschlossen habe, jetzt und in Zukunft nur noch Seminare zu Themen zu geben, von denen er auch tatsächlich was verstehe. Die ihn selber auch interessierten. Und wie er jetzt schon sagen könne, sei das eine hervorragende Idee, an der er auch fortan festhalten wolle - ihm gehe es besser, die Studenten hätten auch viel mehr davon, und er müsse nicht mehr so viel Zeit auf die Vorbereitung verwenden.


Casual Dating mit Felix und Arndt
Daran, an diesen ehemaligen Kollegen, musste ich denken, als ich gestern von verschiedener Seite auf eine kurze Notiz im W&V aufmerksam gemacht wurde:  
Der frühere Geschäftsführer [von Parship] Arndt Roller und der Chief Marketing Officer Felix Brosius haben mit Prime Online einen neuen Anbieter gegründet. Ein Online-Portal zum zwanglosen Casual Dating wollen die beiden aufbauen.
Dr. Felix Brosius kenne ich nicht; Felix Brosius macht SPSS und das ist auch gut so. Dann aber ... also nicht nur ist hier das zwanglose Dating gleich doppelt zwanglos - was mich allein schon erheitert, und doch ja auch schöner ist, als wenn man allzu zwanghaft casual wäre - nein, noch viel mehr freue ich mich für Dr. Arndt Roller.

Quellen, Inspiration und Bildnachweis:
The psychology of power
http://de.fotolia.com

Freitag, 5. Februar 2010

Zu schön zum Verlieben

Ihr Name sei Marika, sie sei  40 Jahre alt, 1,69 groß, schlank, heterosexuell, habe ein abgeschlossenes Hochschulstudium, sei an Kunst, Literatur, Opern interessiert, nicht jedoch an Musicals!, mache gelegentlich Sport und wohne in Südbaden, am Hochrhein, die nächstgrößere Stadt ist Basel und liegt somit jenseits der Grenze. Marika arbeite im Management eines regionalen Personaldienstleisters und sei neben vielem anderen verantwortlich für das Search Engine Marketing. Inklusive Boni und Prämien erziele sie ein Bruttoeinkommen von etwas mehr als 90.000 Euro pro Jahr.

Auf schnellstmöglichem Wege eilt Marika durch die der Partnersuche vorgeschalteten Persönlichkeitstests, gibt wahrhaftig Auskunft, verändert jedoch nichts an den für sie automatisch voreingestellten Suchkriterien. Bei Parship werden ihr 493 Partner vorgeschlagen, die allesamt in Baden-Württemberg leben; die ersten zehn davon sind zwischen 38 und 43 Jahre alt, Diplom-Informatiker, Rechtsanwälte, Unternehmer, ein Studienrat. Bei Elitepartner wird sie innerhalb von 28 Minuten als ebensolcher "aufgenommen", was sie als medienkompetente Nutzerin süffisant lächelnd zu Kenntnis nimmt, und sie hat nun die Wahl zwischen 16.431 Vorschlägen, in Worten: sechzehntausendvierhunderteinunddreißig, die alle zwischen 38 und 47 Jahre alt sind, Geschäftsführer, Rechtsanwälte, Angestellte aus der gesamten Bundesrepublik und den angrenzenden Ländern. Be2 geht ökonomischer vor und bietet ihr exakt 50 Partnervorschläge, fünf null, im Alter von 37 bis 47, so jedenfalls die voreingestellten Werte in der von ihr nicht veränderten Suchmaske, darunter einen Dachdecker, einen Lageristen, einen Bagger-LKW-Fahrer, einen "Handesfachpacker". Be2 ist übrigens der einzige Dienst, der es ihr nicht ermöglicht, sich mit ihrer E-Mailadresse einzuloggen - Marika muss sich hier an ihren Nutzernamen erinnern ... um dennoch zu scheitern; im nächsten Abschnitt dazu mehr. Und eDarling schließlich .... macht ihr 14 Partnervorschläge, eins vier, die immerhin alle grenzüberschreitend aus der Region zu stammen scheinen. Verwirrenderweise erhält sie dann aber innerhalb eines Tages 18 neue Nachrichten von gleich 36 Besuchern, die in Summe zwei Dutzend Mails lostreten, und allesamt nichts mit ihren Vorstellungen von einem möglichen Partner zu tun haben.

eDarling? 24 Mails werden von Marika als "Junk" gekennzeichnet, ab in den Spamfolder damit. Zum Ausgleich lässt Be2 sie fast ganz in Ruhe, begrüßt sie gerade mal, und bittet sie, sich das Profil eines Lehrers aus Magdeburg anzuschauen - was sie notgedrungen tut, denn über die Homepage kann sie sich trotz des Nutzernamens und eines korrekt eingegebenen Passworts nicht mehr einloggen; über den Link in der Mail hingegen schon. Elitepartner schickt ihr am ersten Tag 8 Mails, bleibt somit gerade noch unter der "Junk" Schwelle und überschreitet dennoch die Grenze dessen, was sie lesen mag. Und Parship? Parship scheint ganz anders zu funktionieren, denn von Parship erhält sie eine Nachricht mit der Betreffzeile - "Zum Verlieben schön Nr. 9: Das Wunderwasser‏" ....

She said: "What you need is Love Potion Number Nine."
Was viele ja gar nicht wissen: Parship verkauft Kosmetika. Anti-Aging-Pflege, "eine neue Generation von Schönmachern, die (...) nur ein Ziel haben: Unsere Haut straff und winterzart zu machen." Hallo, liebe Marika, unser wissenschaftliche PARSHIP-Prinzip® sagt uns, Du seist vielleicht ja an Kunst interessiert, an Opern, Literatur, nicht jedoch an Musicals!, machst auch Sport, hast studiert, bist beruflich erfolgreich, Dein Persönlichkeitsprofil zeigt Stärken, Schwächen, Charaktermerkmale und what-have-you, das interessiert aber alles keinen, denn, Schwesterchen, lass uns hier mal ganz ehrlich sein: Du bist vierzig? Du bist zu alt.

Am Tag danach soll Marika laut Parship "in nur 6 Monaten den passenden Partner finden" und dabei "33% sparen" und fragt sich nun, ob sie sich das alles nicht gleich ganz spart. Allein zu sein bedarf es wenig.

Hab mich lieb
Dutzende von Mails, hunderte, wo nicht tausende von möglichen Partnern, und dennoch fühlt sich Marika nun verloren im Raum. Ja, eDarling und be2 richten sich ganz offensichtlich an ein anderes Publikum, so viel versteht sie, doch auch bei Parship und Elitepartner fragt sie sich, was das denn nun soll? Wie zum Beispiel lautet das Ergebnis der Tests, die sie gemacht hat? Und was wird nun von ihr verlangt? Außer 33% zu sparen? Und das Ersparte für "Schönmacher" zu verwenden? Ja, ja, sie ahnt es - die Antworten auf die Fragen, die sie hat, sowie die zusätzlichen Fragen, die sich noch auftun werden, all das findet sie sicher auf den Websites dieser Anbieter ... irgendwo. So jedenfalls mutmaßt sie, und denkt wehmütig an andere Dienstleister, die sie bei der Hand nehmen, um sie Schritt für Schritt auf ihre Möglichkeiten aufmerksam zu machen. Im Rahmen ihrer beruflichen Aufgaben hat sich Marika vor kurzem bei einem dieser Dienstleister registriert und wurde dort folgendermaßen begrüßt:

Eine kurze Reihe von E-Mails, das Willkommenspaket, soll Ihnen den Einstieg erleichtern und bietet eine solide Grundlage für den Erfolg Ihrer Aktivität.
Die erste dieser Mails hat das nahe liegende Betreff  "Erste Schritte", die nächste nennt "Die vier wichtigsten Dinge, die Sie wissen sollten", in den darauf folgenden geht es um konkrete Handlungsszenarien, und all das baut aufeinander auf, ist wohl durchdacht, überfährt sie nicht, lädt sie im Gegenteil dazu ein, sich peu à peu mit der neuen Umgebung, dem neuen Werkzeug vertraut zu machen. Was auch mir das Stichwort liefern soll, denn wer mir verraten kann, auf wen ich hier anspiele, darf mich ebenfalls einladen, in die Küchenwerkstatt zum Mittagsmenü.

Montag, 1. Februar 2010

Familienaufstellung

Und Jost Schwaner geht nun also zu Elitepartner.de, so jedenfalls will es das Gerücht. Sehr schön ist das, man möchte ihm viel Spaß wünschen - so viel Spaß, wie er ihn vielleicht ja beim Club hatte, seiner eigenen Darstellung nach ganz sicher aber bei Kabel Deutschland, wo manche Kunden "ihren Vertrag wie im Rausch abschlossen, ohne jemals eine Leistung in Anspruch zu nehmen". Fand er gut, und so was ist ja auch aus technischer Sicht erfreulich - das stabilste System ist eines, das nicht genutzt wird. Beim nächstbesten ist die Nutzung rückläufig, und dem kam er nun ja schon recht nahe.

Dabei bin ich Elitepartner durchaus wohl gesonnen; was nämlich viele ja gar nicht wissen, ist, wie fast schon inzestuös, ganz sicher aber promisk das Binnenverhältnis der Online-Partnervermittlungen in Deutschland doch ist: Elitepartner wurde durch Arne Kahlke gegründet, der ehedem Marketingleiter von Parship war - ein kleines, feines Detail, das der liebe Arne auf seinem Xing Profil unterschlägt. Im Unterschied zu Robert Wuttke, dem Fünf-Wochen-CEO von Parship, mit allerdings zwölfmonatiger Kündigungsfrist, die er zum Aufbau von Be2 nutzte. Und Kai Rieke schließlich, der übrigens persönlich tatsächlich so sympathisch ist, wie er auf Fotos wirkt, und, wenn ich das richtig verstehe, inzwischen Geschäftsführer von eDarling, war bei Parship als Online Marketing Manager für die Search Engine Optimization zuständig, um dabei einen ganz hervorragenden Job zu machen. Was für eine TÜV-Plakette mag das wohl sein, die einem bei eDarling entgegen leuchtet? Egal. Liest sowieso keiner.

Dann kann ich ja schreiben, was ich will
Mit anderen Worten: ganz am Anfang war da mal Parship, erträumt von Andreas Arntzen, auf den Weg gebracht durch Konstantin Urban, finanziert durch die Verlagsgruppe Holtzbrinck, nach außen vertreten durch Lars Langusch und technisch umgesetzt unter meiner Leitung. Bei Gelegenheit, sprich: drei Monate nach Gründung der Firma, stand Parship nominell unter der Führung von Regina Umbach, die damals direkt von "andsold" kam, und auf ihrem Xing-Profil diese Stippvisite bei Parship geflissentlich unterschlägt, denn zwei Wochen vor Launch der Website wurde Regina durch Henrike Fröchling abgelöst. Henrike legte während der folgenden zwei Jahre den Grundstein für den späteren Erfolg, überwarf sich dann aber innerhalb allerkürzester Zeit mit dem ihr durch Holtzbrinck Networks unversehens zur Seite gestellten Amtskollegen Robert Wuttke. Robert jedoch hatte - siehe oben - vielleicht nicht genug Verständnis für die soziokulturellen Eigenheiten und Bedürfnisse der Muttergesellschaft; das jedenfalls war der Eindruck, den man nach seinem denkwürdigen Antrittsbesuch in Stuttgart gewann, so dass man sich dort seiner kommunikativen Performanz kein zweites Mal stellen wollte. Die darauf folgenden 11 Monate - Arne Kahlke war, soweit ich mich erinnere, bereits dabei - wurde Parship kommissarisch durch Konstantin Urban geführt, der die Firmenleitung im April 2003 Arndt Roller anvertraute. Unter Arndt geschah dann so manches: einer der Samwer-Brüder kam an Bord, mit einer Beteiligungsfirma, die auf den genau so schönen wie sprechenden Namen Trojanika hört; davor schon verließ Arne Kahlke die Firma, um Elitepartner zu gründen, und Arndt holte mit vielen anderen auch Kai Rieke aufs Schiff, der, wie bereits vermerkt, nun die "Affinitas GmbH - eDarling" leitet.

Beide übrigens meines Erachtens recht ordentlich. Und damit meine ich nun nicht die Personen - die sowieso - sondern die Firmen. Insbesondere elitepartner.de, das inzwischen übrigens zu Burda gehört - hat sich mit seinem Magazin, seinem Twitterkanal, seinen Blogs und der Facebookseite eine inhaltliche Weite erarbeitet, die mich persönlich sehr beeindruckt, doch auch eDarling macht einiges ... immerhin so, dass man gespannt sein kann. Ich sollte viel häufiger auf die News der Gründerszene schauen.

t.b.c.

Dienstag, 12. Januar 2010

Domino's Effekt

"Was ist das. - Was - ist das.."

"Je, den Düwel ook, c'est la question, ma tres chère demoiselle!" Eine Pizzakette ist das, nach Umsatz die zweitgrößte in den US of A, und der CEO dieser Pizzakette, David Brandon, sagt am 5. Januar 2010 in der Detroit Free Press folgendes:

"The weakness in our value chain with the customer was really in our core product"
Übersetzt heißt das: wir, die Mitarbeiter von Domino's, haben einen hervorragenden Service, liefern blitzschnell, haben wunderschöne Schachteln, freundliche Mitarbeiter, 1A Customer Support, unsere Rechnungen stimmen auch alle, doch das, was wir Euch bisher geliefert haben, unsere Pizza also, die war Mist. Unter anderem wird das dann von Steven Colbert aufgegriffen, was wiederum im Rahmen der Gesamtkampagne auf einer eigenen Website, www.pizzaturnaround.com, thematisiert und durch Seth Stevenson auf Slate.com sofort dekonstruiert wird: alles halb so wild, denn die Couch Potatoes, die bisher bei Domino's bestellt haben, werden dies auch weiterhin tun, und vielleicht gewinnt man so ja noch den ein oder anderen Neukunden hinzu.


Keine Angst vor dem Dominoeffekt
Trotzdem ist diese Kampagne ein interessantes Beispiel für einen Neuanfang und sofort versuche ich das zu übersetzen - was tut man denn, wenn man das umgekehrte Problem hat? Der Kern des Produktes ist nach wie vor stimmig, doch das gesamte drumherum, das Marketing, die Zusatzleistungen, der Kundenservice, das Rechnungs- und das Mahnwesen, das Preismodell und die Sonderangebote, alles Mist? The weakness in our value chain with the customer is really not our core product, but everything besides? Man kann dann die C-Ebene austauschen, CEO, CMO, COO, laut Hymnen des Dankes anstimmen und zugleich still hoffen, dass die so gefeierten einen Job beim Mitbewerber finden.

Oder aber, man geht and die Öffentlichkeit, gibt zu, dass man's vermasselt hat und verspricht, in Zukunft besser zu sein. Nicht besser als der Rest; das sowieso. Sehr wohl aber besser als man selber. 

Und so schwer dürfte das nicht sein. Nicht für Domino's, und nicht für andere.

Quellen, Inspiration und Bildnachweis:
derstandard.at und der Dominoeffekt 
Parship und Verbraucherschutz
eDarling macht Schluss mit Abzocke 
Detroit Free Press 
www.colbertnation.com  
www.pizzaturnaround.com 
www.slate.com
und immer wieder Die Buddenbrooks

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Four calls ahead of you

Es kam dann gleich an, das elektronische Gift Certificate, das ich meiner langjährigen, in die USA enteilten Freundin anlässlich der Geburt ihres dritten Kindes geschenkt habe. Ein Geschenkgutschein nur, weil, was viele ja gar nicht wissen oder bereits wieder vergessen haben, weil also das, was man wirklich braucht, sobald ein Neugeborenes zu hause das Regiment übernimmt, banaler Kleinkram ist: Bodies, Strampler, Windeln, Windeln, Windeln. Etwas später Aptamil und jede Menge Hipp. Wenig Hopp. Keine Geschenke also, die was hermachen, mit denen man sich profilieren könnte, so dass ich trotz dessen, was zu recht über Gift Cards gesagt wird, und allen Untersuchungen über den "deadweight loss of Christmas" zum Trotz, letzten Endes zu Amazon.com bin. Denn Windeln haben die dort auch.

Puh.

Der dritte Versuch war's, nach diapers.com, nach Babies"R"Us. Letztere, Babies"R"Us, ermöglichen ein fast angenehmes Scheitern immerhin, denn obgleich ich dort erst ganz am Ende des Bestellprozesses erfahren habe, dass jemand, der außerhalb der USA wohnt, ich!, keine Geschenkgutscheine bestellen darf, und zwar auch dann nicht, wenn der Empfänger in den USA lebt, war zum einen der Vorgang selbst so unterhaltsam wie kurzweilig, zum anderen erfährt man das ja noch vor dem Ende.

Und nicht erst danach, wie bei diapers.com, dem neuen Wet Dream jedes Venture-Kapitalisten. Diapers.com nämlich hat mir erst dreißig Minuten nach Abschluss der Bestellung eine E-Mail geschickt, ich möge doch bitte beim customer care anrufen. In den USA. Was ich tatsächlich auch getan habe. Nachdem ich zu Beginn dieses Anrufs darauf aufmerksam gemacht wurde, dass die gebührenfreie Nummer für Gespräche aus dem Ausland genau das nicht sei, gebührenfrei, nach ein paar Minuten Warteschleife, there are four calls ahead of you, und nach ein bisschen hin und her hat die Support-Mitarbeiterin, mit der ich es dann zu tun hatte, auch gesagt, sie verstehe es nun. Ich wohnte also in Hamburg, Germany.

Ob ich ihr denn den nächstgelegenen Highway nennen könne?

Ähm, ja. Ich musste gestehen, dass durch Hamburg zwar mindestens vier, wenn nicht fünf Autobahnen führen, ich aber nicht die Nummer auch nur einer einzigen wisse. Daraufhin bat sie mich um den Namen der nächsten Stadt.

Hamburg hat knapp 1,8 Millionen Einwohner, ist die zweitgrößte Stadt Deutschlands, siebtgrößte der Europäischen Union, doch um zu wissen, wo dieses Hamburg denn nun genau liegt, benötigt sie den Namen der nächsten Stadt.

Ich hab's ja immer schon gesagt, und so kommt meine Antwort wie aus der Pistole geschossen: "Berlin." Die Customer-Care-Mitarbeiterin bedankt sich, bittet mich zu warten, schickt mich in eine weitere Warteschleife, versucht wohl zugleich, mich an einen Kollegen durchzustellen, Minuten verstreichen, die Musik bricht ab, und unmittelbar darauf auch die Verbindung.

Oooookayyyyyyy ...


Zweiter Versuch, ein weiteres Mal die Warteschleife, wieder "four calls ahead of you" - ist das eine Konstante? - ein weiterer Customer-Care-Mitarbeiter, ein weiteres Mal versteht er das Problem: die Empfängerin des Gift-Certificates lebt in den USA, der Käufer hingegen in Hamburg, Germany.

Danach bat er mich um den Namen des nächsten Highway.

Man muss ihm zugute halten, diesem zweiten Customer-Care-Mitarbeiter, dass er mir bei der Stornierung des Auftrags half. Schnell, zügig, zuvorkommend. Seine Frage hingegen, ob er mir mit noch was anderem dienen könne, habe ich ignoriert.

Auf Slate.com gibt Joel Waldfogel den Rat, nie wieder was zu schenken. This man is definitely ahead of me.

Dienstag, 29. Dezember 2009

Mal wieder voll im Trend

Während der Mittagspause durch folgendes
geklickt und dabei diese Frage entdeckt:
Wer hätte noch in den 1990ern gedacht, dass in der kommenden Dekade der Weg in die eigene Mitte übers Fitnessstudio führte – oder über die Mehrzweckhalle der Volkshochschule? Wie heißt die fernöstliche Entspannungsmethode, die in den 2000ern zum Fitness-Trend wurde?
Auch wenn noch viele das ja gar nicht wissen - morgen wird Yoga Easy gestartet, also musste wenigstens ich nicht lange raten:
Richtig! Yoga ist die Trendsportart der letzten Dekade. Nicht nur Promis wie Madonna und Gwyneth Paltrow turnten sich bei Baum, Hund und Sonnengruß zu mehr Gelassenheit und Gelenkigkeit. Atem- und Konzentrationsübungen im Lotussitz wurden Volkssport.
Tja.

Der Suchbegriff auf Nichtlustig.de lautet "Lemminge".
Wo ich bin, ist vorn.
Quellen, Inspiration und Bildnachweis:
http://www.nichtlustig.de
http://www.bild.de
Und immer wieder http://www.yogaeasy.de